Tipps an angehende DJ’s – Pt III

Published On 2015-10-05 | By Roland | Menschen, Trash-Talk

Ok, die ersten Bookings trudeln ein, jetzt kommt der schwierigste Teil – Stichwort: Bezahlung.

Ja, Legenden besagen, dass DJ’s manchmal auch bezahlt werden, aber „fürstlich“ ist kein Attribut, das uns normal Sterblichen als erstes dazu einfällt.

Aber wie geht man das an, was und wieviel kann man verlangen?

Das ist schwierig.
Was in jedem Fall drin sein sollte, ist Verpflegung, das darf kein Thema sein, niemals, nie!
Wenn es das doch sein sollte, dann warst Du letzten Mal dort, Charity oder nicht.

Vergiss nie – DU arbeitest für den Veranstalter, Deinen Auftragsgeber.
Und ja, es IST Arbeit.
Du hast Wareneinsatz – Dein Equipment, die Tracks, das Vinyl, der Laptop, worauf auch immer Du spielst.
Du hast Vorbereitungszeit: Tracks suchen, reinhören, üben, Technik lernen, etc.
Du musst auch dorthin kommen, meistens zu beschissenen Zeiten.
Und Du hast dann die Zeit vorort, dann wenn Du tatsächlich spielst. Nacharbeit. Unter erschwerten Bedingungen. Der Gesundheit nicht förderlich.

Also, wenn Kostenrechnung für Dich eine Herzensangelegenheit ist, dann lässt Du es am Besten gleich wieder.
Wenn Du aber ein gottverdammter Idealist bist, so wie der Verfasser dieser Zeilen, dann hab‘ ich Dir noch was zu sagen:
Es hängt schlichtweg davon ab, wie sehr Dir die Party am Herzen liegt.

Wenn es eine Charity ist, die Deine soziale Ader trifft, ist es egal.

Wenn es eine Party mit Eintritt ist, die einen kommerziellen Hintergrund hat – wobei ich kommerziell hier und jetzt als „Kostendeckend“ betrachte – so ist alles, was weniger als 50.- EU darstellt, eine Beleidigung.
Weil es um WERTSCHÄTZUNG geht. No more, no less.

Spielst Du hingegen für eine professionelle Agentur, gibt es einen wirtschaftlich potenten Hintergrund, so verlange nie weniger als 80-100.- EU / Stunde. Man wird auch eine Rechung oder Honorarnote von Dir verlangen, dh bei entsprechender Auftragslage kann es sein, dass Du besteuert wirst.

Ich verstehe zu gut, dass man, um reinzukommen, sich selbst ausbeuten muss, aber mal ganz ehrlich: wenn Du einem Veranstalter nichtmal 50.- EU wert bist, dann ist die Sause eh‘ für’d Fisch oder es ist ihm scheissegal, wer da spielt – ergo: DU bist ihm scheissegal. Und das hast Du nicht nötig, echt!

Noch ein Tip: je kleiner die Party, je geringer Deine fürstliche Gage, desto mehr bestehe darauf, dass Du sofort in BAR ausbezahlt wirst.
Das weiss ich aus eigener Erfahrung, ich war in meiner Anfangszeit als DJ zu einer hochoffiziellen Präsentation eines Citymagazins gebucht worden, musikalisches Hintergrundgeplänkel, aber viel „Prominenz“, eine Veranstaltung, die ich primär als Gelegenheit-zum-Fuss-in-die-Tür-bekommen gesehen habe.
Am Ende hatte der Veranstalter „das gerade in Bar nicht dabei“. Nach zwei schriftlichen Mahnungen habe ich das Geld für die Veranstaltung von 2009 als Lehrgeld abgeschrieben.
Und da gings um 50.- FUCKIN‘ EURO!!!

Oiso, werte Damen und Herren, haut’s Euch selber nicht die Preise z’samm und bewahrt’s Euch Euren Stolz – gerade weil Du es gern machst, sollst Du dafür bezahlt werden – denn wenn es nichts kostet ist es auch nichts wert, das ist eine simple und grausliche Wahrheit!

 

 

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About The Author

Vater, DJ, Photograph, Grafiker und neuerdings auch Schreiberling für untergrund.city. Goddammit, welch Karriere!

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