Tipps an angehende DJ’s – Pt I

Published On 2015-09-25 | By Roland | Menschen, Trash-Talk

Du möchtest also DJ sein.
In Echt jetzt?
Dir ist schon klar, dass hierzulande jeder Clubbesucher wahrscheinlich seinen eigenen DJ haben könnte, soviele gibt es (oder behaupten es zumindest zu sein).

Aber gut, des Menschen Wille ist sein Himmelreich, schauen wir uns mal an, was nötig wäre, um in dieser zu Tode glorifizierten Profession tätig zu sein, in der Reihenfolge der Proritäten.

[Musikgefühl]
Ist das A+O.
Egal wer Dir was über Technik, über’s Mixen, über Style, über Tonfarben oder sonstirgendwas erzählt, das Musikgefühl ist das allerwichtigste.
Wenn Du House von Techno nicht unterscheiden kannst, vergiss es. Wenn Du Ö3-HipHop mit HipHop verwechselst, vergiss es. Wenn Du nicht erkennst, dass Heino der bessere Sänger von Rammstein ist, vergiss es. Wenn Du nicht erkennst, dass Lady Gaga Elton John im Duett am Klavier aber sowas von leichenblass aussehen lässt, vergiss es.
Punkt.

[Musikauswahl]
Das, was ein Set ausmacht.
Muss natürlich dem Anlass und der Uhrzeit entsprechen – sh auch Link zum anderen Artikel
Scheiss auf stilistische Grenzen, wenn Du das Musikgefühl hast, so geht es Dir um ein rundes Bild, einen Ausdruck Deines Musikgeschmackes und -gefühls, einen Moment, eine Stimmung festzuhalten und dies in eine musikalische Form zu giessen. Vergiss nicht, schliesslich hat Adam Freeland sein Set mit Rage Against The Machine geschmückt – und WIE das funktioniert hat!

 

[Übergänge]
Ok.
Gute Übergänge geben Deiner Musikauswahl einen guten Schliff.
ABER, aber, aber: wenn die Musikauswahl scheisse ist, dann ist das Set scheisse und da helfen Dir die besten Übergänge nichts. Schon jemals „He, DJ-Irgendwas macht so tolle Übergänge, deswegen buchen wir ihn!“ gehört oder gelesen?
E B E N !
Um einen schönen Edelstein zu haben, brauchst Du wertvolles Rohmaterial, das Du dann in eine begehrenswerte Form schleifen kannst.
Niemand möchte getrocknete Scheisse in einem Ring tragen, egal WIE kunstvoll diese auch bearbeitet sein mag.
Weil Mixen das Handwerk ist, nicht die Kunst.

[Soft Skills]
Du hast Durchhaltevermögen, um das Dich Lance Armstrong beneiden würde, empfindest das Betriebsklima am Künigelberg als zu kollegial, hast Connections wie der schöne Karl-Heinz und kannst der Verachtung wie Hans Orsolics die Stirn bieten?
Sehr schön, Du hast Potential in dem Metier die nächsten 5 Jahre zu überleben!

[Technik]
Vinyl, vinyl, vinyl!
Nein, das ist ein Spass, ich verarsche Dich.
Wenn Dein Set Deine Kunden überzeugt, wenn getanzt wird, wenn gefeiert wird, wenn die Stimmung kocht, dann ist es den Leuten scheissegal worauf und womit Du spielst.
„Zu dem DJ tanze ich nicht, der spielt nicht Vinyl!“
Jo, eh.
Die ganzen Debatten über Vinyl, CD’s und Computer sind blödes Herumgewixe von aufgeblasenen Wichtigtuern – SOFERN die Qualität der Musikdateien, die Du benutzt, stimmt!
128kB mp3 oder YouTube Downloads sind es NICHT.
Aber darüber kannst Du Dich HIER schlau machen.

Die letzten drei Punkte sind das, was Du lernen kannst.
Die ersten beiden trennen den Weizen vom Spreu, wobei die Kategorien Geschmack, Gefallen und „gut“ immer subjektiv sind.

Also, wenn Du es wirklich willst, wenn Du Deiner bucketlist (https://www.bucketlist.org/) den Eintrag „DJ“ hinzufügen willst, dann stürze Dich in das Vergnügen, aber sage nicht, dass Dir niemand etwas gesagt hat…

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About The Author

Vater, DJ, Photograph, Grafiker und neuerdings auch Schreiberling für untergrund.city. Goddammit, welch Karriere!

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