Aus dem Leben eines DJ’s – Pt I

Published On 2015-12-29 | By Roland | Menschen, Trash-Talk, Urbanes

Die DJ- & Clubszene hat so manche Klischees, die sie bravourös erfüllt.
Eins dieser Klischees sind die „Drogen“, egal ob Du Besucher, Veranstalter oder DJ bist.

Die Art der Bewusstseinsveränderung hängt von der Art der Musik, die gespielt wird, ab.
Die Stereotypen besagen, dass Techno, House und Artverwandtes eher in Richtung Koks & Amphetamine neigen, Goa und psychedelisches gerne Schwammerln und andere Halluzinogene konsumiert, etc., aber allen, wirklich allen, Stilrichtungen gemein ist Alkohol & Kiffen, wie schon jedes Bierzelt eindrucksvoll beweist.

Mein Leben als DJ hat mich Drogen hassen gelehrt.

Wenn der schwerst alkoholisierte Gast mit seinem Bier über dem Mischpult herumwackelt und mit seinem Drachenatem Dir versucht zu erklären, dass du doch „was aktuelles“ spielen sollst, weils den Leuten nicht gefällt. Obwohl die Tanzfläche voll ist und abgefeiert wird.
Auf die fast schon therapeutische Befragung, was denn nun genau „was aktuelles“ sei, schaust du in hilflos trübe Augen, hörst nur „was aktuelles halt!“ und liest am nächsten Tag auf der Facebook-Seite der Veranstaltung, dass der DJ so unglaublich präpotent war. Sweet.

Wenn der DJ am Pult dermassen dicht & verpeilt ist, dass er die Stimmung mit erratischer und konfuser Trackauswahl und verkackten Übergängen komplett z’sammhaut.

Wenn Backstage in derselben Selbstverständlichkeit Lines gezogen werden, wie sich meine Kinder Gummibärchen aus dem Sackerl in den Mund schieben.

Wenn das erste, was du auf einem Festival siehst, ein bärtiger Zwerg mit einem handgeschriebenen & umgehängten Schild „MDMA & SHROOMS“ ist.

Wenn der Eine das Häusl im Club unter lauten Beschimpfungen zu zerlegen beginnt.

Wenn der Veranstalter so dicht ist, dass er einfach nach Hause geht und du weisst, die fürstliche Gage, die siehst‘ nie und spült stattdessen gerade die Synapsen des Gesuchten weich.

Wenn der Besucher eine halbe Std braucht um dir zu erklären, dass das Set „eh leiwand is‘, ABER, wann spühst’n wos gscheit’s!“.

Wenn du beim Verlassen des Clubs aufpassen musst, nicht auf Seen von Kotze auszurutschen.

Wenn du dein Set abbrichst, weil sich am Floor zwei Typen die Schädel einzuschlagen beginnen. Oder Du am Pult bedroht wirst.

Die Liste liesse sich noch länger fortsetzen, es ist auch scheissegal, ob Legales oder Illegales konsumiert wird, manche Menschen sollten einfach die Finger (oder Nase) von Drogen lassen.

Wenn Du DJ oder Veranstalter bist, bitte, warte wenigstens solange, bis Du Deinen Job gemacht hast.
Wenn Du Besucher bist, bedenke bitte, dass Du nicht alleine bist und niemandem am Sack gehst.

Am liebsten sind mir die Kiffer. Die bleiben immer entspannt.

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About The Author

Vater, DJ, Photograph, Grafiker und neuerdings auch Schreiberling für untergrund.city. Goddammit, welch Karriere!

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